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Die Bedeutung des Ortes


Das gotische Rathaus

Die Altstadt in Brandenburg ist einer der ältesten besiedelten Plätze im Land Brandenburg. Lange bevor Albrecht der Bär den Namen Brandenburg geprägt hat und die Christianisierung vorantrieb, siedelten hier schon Menschen. Vor den Slawen waren es die Semnonen die hier lebten. Davon zeugen aber nur Ausgrabungen.

Dass es die Altstadt war, in der eine der ersten Steinkirchen in der Mark Brandenburg stand kann man noch am Westwerk der Gotthardtkirche sehen. Der aus Feldstein gemauerte romanische Teil des Eingangsbereiches zeigt deutlich den Charakter des Vorgängerbaus. Die Prämonstratenser hatten zunächst hier ihr Quartier, bevor sie den Dom errichteten.

Geschichte trifft man in der Altstadt Brandenburg überall. Die Stadtbefestigungsanlagen des älteren Teils der Doppelstadt sind noch weitgehend zu erkennen. Der Grüngürtel der die historische Altstadt umgrenzt zeigt den Verlauf der Wallanlage mit den Stadtgräben noch heute an. Die Stadtmauer ist an vielen Stellen noch erhalten und zwei mittelalterliche Stadttürme markieren noch immer zwei der einstigen vier Stadteingänge.

Die Bedeutung des Ortes ist zunächst durch die verkehrstechnisch besser gelegene Neustadt Brandenburg und später durch die Entwicklung von Berlin verloren gegangen. Aber gerade dieser Bedeutungsverlust hat uns vieles von dem bewahrt, was Andernorts verloren gegangen ist.

Die Altstadt in ihrer Struktur zu bewahren und aus dem Potential ein lebendiges urbanes Zentrum zu entwickeln, das ist eine der Hauptanliegen des Vereins "Die Altstädter e.V."

Der Roland in Brandenburg


Die Brandenburger Neustadt besaß einen aus Holz gefertigten Roland, der, 1402 errichtet, nur ca. 70 Jahre überdauerte. Der brüchige Roland wurde 1474 durch eine aus Sandstein gefertigte Statue ersetzt. Der immer noch vorhandenen schönen Figur ist aber auch einiges Ungemach widerfahren.

Als im Jahre 1716 der alte Roland in der Neustadt Brandenburg den Parademarsch der in der nahen Hauptwache untergebrachten Grenadiere störte, wurde er am 27. Oktober 1716 auf Wunsch des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. versetzt. Diesem Vorgang verdanken wir einen der ältesten Hinweise zur Bedeutung eines märkischen Rolands. Der geschäftlich denkende Bürgermeister wandte sich mit der Begründung an den König, daß die "Transportirung des Rolandes aber nicht ohne Euer Königlichen Majestät ausdrückliche allergnädigste Ordre uns einlassen können, indem dieses ein signum concessæ jurisdictionis, eine Antiquitæt, auch wegen der Größe und Schwehre zu transportiren Kosten erfordert werden".

Seine Königliche Majestät, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., ließ nicht minder geschickt verlauten, "Weille der Roland so wohl, wann er von dem Markt ans Rathhauß gesetzt wird, als wann er an dem itzigen Platz stehet, ein Signum concessæ jurisdictionis und antiquitæt bleibet, die Transportierungs=Kosten auch nicht viel importiren können, alß seynd Seine Königl. Majestät allergnädigst zufrieden daß der Roland vorgeschlagenermaßen versetzet werde."

Insofern sind wir in der glücklichen Lage, die Auffassung eines Königs in Preußen über die Bedeutung des Brandenburger Rolands zum Anfang des 18. Jahrhunderts zu kennen. Wenngleich diese vom Bürgermeister vorformuliert wurde. Aber immerhin -- die Kanzlei des Königs widersprach dieser Auffassung nicht. Insofern dürfen wir annehmen, dass es sich um eine damals in Brandenburg gängige Auffassung handelte. Welche Rechte der Neustadt Brandenburg sich allerdings hinter diesem Symbol verbargen, ist leider nicht überliefert. Die Klärung dieser Frage hat die Geschichte den Rolandforschern überlassen.

Bis 1941 stand der Roland vor dem Neustädtischen Rathaus. Um ihn vor den Kriegseinflüssen zu schützen lagerten die Brandenburger ihren Roland auf einem Landgut aus. Zu Glück blieb er dadurch von der Zerstörung des Neustädtischen Rathauses verschont. 1946 wurde er an dem heutigen Standort vor dem Altstädtischen Rathaus wieder aufgestellt.

Der Umstand, dass er mehrfach verrückt wurde ist nicht die einzige Besonderheit des Brandenburger Rolands. Er trägt als auf seinem Haupt ein Büschel Donnerkraut das ihn vor Blitzschlag schützen soll. Eine exakte Kopie des Brandenburger Roland steht seit 1905 vor dem märkischen Museum in Berlin.

850 Jahre Mark Brandenburg


Am 11. Juni 1157 hat Albrecht von Ballenstedt, auch der Bär genannt, die Festung der Heveller gewaltsam an sich bringen müssen.

Nachdem der Taufpate seines Sohnes, der letzte Fürst der Heveller, Pribislaw Heinrich, 1150 verstorben war, ist das Havelland durch Vererbung an Albrecht gefallen. Es gab aber Wenden denen dieser Erbe nicht passte und die die Burg, auf der heutigen Dominsel,  an sich brachten und gegen die "rechtmäßigen Besitzer" verteidigten. Bis zum 11. Juni 1157. In dieser Schlacht unterlag der "selbsternannte" Nachfolger von Pribislaw ein sogenannter Jaxa de Copnik dem Drängen der Ritter aus dem Hause der Askanier.

Dieses Ereignis gilt als die Geburtsstunde der Mark Brandenburg, dem heutigen Land Brandenburg.

Die älteste uns überlieferte Urkunde in der Albrecht von Ballenstedt sich "Markgraf von Brandenburg" nennt ist auf den 03. Oktober 1157 datiert.

Die Feierlichkeiten zu diesem Landesjubiläum haben Altstädter mit dem 9. Rolandfest 2007 eingeleitet. Dieses alljährlich zu Pfingsten stattfindende Mittelalterspektakel wurde in diesem Jahr natürlich besonders begangen.

Die Bruderschaft der Askanier aus Berlin hat mit Unterstützung des Bundes der Semmnonen und dem Bernsteinring die geschichtlichen Ereignisse in dem fast fertig gestellten Slawendorf der Brandenburger Arbeitsfördergesellschaft nachgespielt.

Geschichte wurde lebendig.

Die Altstädter bedanken sich bei allen Unterstützern ganz herzlich für das gelungene Spektakel.